In der Spur aber noch nicht am Ziel

Am dritten Januar 2018 starteten die Schüler und Schülerinnen im Skispringen und der nordischen Kombination in ihre Austria-Cup Saison 2018. Dazu reisten unsere Sportler schon am Nachmittag des Neujahrstages nach Villach in Kärnten, um noch ein Extratraining auf der optimal hergerichteten Wettkampfschanze der Alpenarena absolvieren zu können. Mit den ersten Sprüngen der Einheit wurde den Trainern klar, dass sich die intensiven Trainingseinheiten der letzten Wochen absolut ausgezahlt haben und unsere Athleten wie in den vergangenen beiden Saisonen topfit sind.

Ihre Stärke mussten zunächst unsere Mädels unter Beweis stellen, da deren Österreichische Meisterschaft aufgrund von Wettkampfüberschneidungen an den Anfang der Saison gelegt wurde. Das Team Tirol 1 mit Lea Huber (WSV Wörgl) und Annalena Slamik (Nordic Team Absam) verpasste das Podium im inoffiziellen Ergebnis nur knapp und landete mit 348,6 Punkten auf Platz vier. Eine Bronzemedaille konnten sich unsere Mädels dann aber doch einstecken, weil nach ÖM-Reglement nur das beste Team eines jeden Landesverbandes in die Wertung eingeht. Die starken Ladys aus Oberösterreich, die auch in dieser Saison das Maß der Dinge zu sein scheinen, mussten den Platz auf dem Stockerl damit räumen und ihr Edelmetall an Tirol abgeben. Auch Team 2 mit Mani Cooper (SV Innsbruck Bergisel), die nach einer hartnäckigen Erkältung Stück für Stück wieder zu alter Stärke findet, und Marit Weichselbraun (WSV Wörgl) konnten überzeugen. Sie reihten sich direkt hinter ihren Landsfrauen auf Platz fünf ein und schlugen damit noch die ersten Teams aus Salzburg und Kärnten. Die Leistungskurve unserer Mädels zeigt dieses Jahr auf jeden Fall nach oben und wir können gespannt sein auf das, was noch kommt. Zunächst ging es aber am nächsten Tag, dem eigentlichen Austria-Cup, um die ersten Cup-Punkte in der Wintersaison 2018 und das dieses Mal für beide Geschlechter.

Skisprungwettbewerb:

Wie üblich bei der Austria-Cup-Serie hieß es „Ladys First“. Die Mädels waren also die ersten, die sich bei besten Wetterverhältnissen in den Anlauf der 60 Meter Schanze wagten und um die Krone in der Alpenarena wetteiferten. Als Siegerin ging die Steierin Lisa Hirner hervor, die der Vorjahresgesamtsiegerin und nun Zweitplatzierten Vanessa Moharitsch (Oberösterreich) am Ende genau vier Meter abnahm. Beste Tirolerin wurde mit knappem Rückstand auf den Bronzerang Annalena Slamik mit Platz vier. Die anderen Tirolerinnen Lea Huber, Marit Weichselbraun und Mani Cooper reihten sich auf den Plätzen neun bis elf ein.

Bei den Burschen der Schülerklasse eins beginnt die neue Skisprungsaison so, wie die alte in Seefeld aufgehört hat. Jakob Steinberger auf Platz eins vor Simon Steinberger auf Platz zwei (beide SC Mayrhofen) heißt das Ergebnis, welches Tiroler Skisprungherzen höherschlagen lässt. Mit dem Elftplatzierten Alexander Leitner (Nordic Team Absam) und dem 14. Platz von Jonathan Kainzner (SC Mayrhofen) schafften es zwei weitere Athleten unter die Top 15. Fabian Hauser (SC Mayrhofen) und Jakob Sauerwein (WSV Wörgl), die beide ihr Debüt im Winter-Austria-Cup gaben, mussten sich zunächst mit den Rängen 20 und 22 zufriedengeben.

Die älteren Jungs der Schülerklasse zwei werden wie schon in den Sommerwettkämpfen vom Lokalmatadoren Julian Smid (Kärnten) dominiert, der mit Sprüngen auf 60 und 60,5 Meter derzeit in bestechender Form auftritt. Ohne Tiroler Beteiligung geht es auf dem Stockerl aber auch in dieser Altersklasse nicht. Max Wastian (SV Innsbruck Bergisel), der seit Herbst als Kombinierer am Skigymnasium Stams ausgebildet wird, sichert sich mit soliden Sprüngen Platz zwei vor Elias Kogler (Kitzbüheler SC), der in einem packenden Duell Dritter wird. Mit Raffael Zimmermann auf Rang 11 (Nordicteam Absam), Jonas Schuster auf Rang 14 (SV Innsbruck Bergisel), Kilian Weichselbraun auf Rang 17 (WSV Wörgl) und Andreas Pisecker auf Rang 18 (Kitzbüheler SC) schaffen es vier weitere Tiroler unter die Top 20. Elia Ernst (SC Fieberbrunn) auf Platz 21 und Leonhard Netzer (SV Innsbruck Bergisel) auf Platz 40 konnten ihre aktuell gute Form im Training wieder beweisen, zeigten im Wettkampf dann aber leider Nerven.

Wettbewerb nordische Kombination:

Wie in jeder Saison hieß es im ersten österreichweiten Wettkampf der Saison, die Standorte zu bestimmen. Alle wollen wissen, wie sich die intensive Vorbereitung des Sommers und speziell der letzten Wochen im Vergleich zu den anderen Wettkämpfern ausgezahlt hat. Dementsprechend aufgeregt gingen unsere Sportler aber auch wir als Trainer auf die Strecke.

Die Schülerinnnen und die Schüler der Klasse eins hatten das Vergnügen die Kombinationssaison mit einem Wettkampf über 4km zu eröffnen. Im ersten Teil der Langlaufstrecke, bei dem es fast ausschließlich bergauf ging, trennte sich dabei die Spreu vom Weizen. Bei den Mädels konnte Lisa Hirner nach ihrem sehr guten Sprungergebnis auch in der Kombination einen Start-Ziel-Sieg einfahren. Als beste Tirolerin kam Annalena Slamik ins Ziel. Sie unterstrich mit ihrem Ergebnis in diesen Tagen ihre Ambitionen den Gesamtsieg aus der letzten Saison zu wiederholen. Auf Platz fünf lief Marit Weichselbraun durch das Ziel und den sechsten Rang belegte Lea Huber. Mit Blick auf die Teamwettbewerbe der nordischen Kombination in Eisenerz sieht es aus Tiroler Sicht also bisher sehr gut aus.

Unsere „kleinen“ Jungs Jakob und Simon Steinberger durften nach ihren Tagesbestweiten im Sprungwettbewerb als allererstes in die Loipe. Allerdings lauerte hinter ihnen schon Pauli Walcher (Steiermark), der derzeit als stärkster Läufer im Feld zu sehen ist. Die schwere Strecke forderte von den Zwillingen bereits in der ersten Runde ihren Tribut und so schmolz der Vorsprung auf den schnellen Steirer kontinuierlich. Letztlich wurde Jakob nach einem starken Lauf Zweitplatzierter in der nordischen Kombination und sein Bruder Simon lief als Dritter über die Ziellinie. Fabian Hauser, der nach durchwachsenen Sprüngen von Platz 20 startete, stürmte durch einen Traumlauf noch auf Platz acht und auch Alexander Leitner konnte sich mit seinem neunten Rang noch unter die Top Ten Österreichs mischen. Mit Jonathan Kainzner (Platz 11) und Jakob Sauerwein (Platz 18) fanden sich noch zwei weitere Tiroler unter den besten 20 wieder.

Dass die Luft an der Spitze des Klassements sehr dünn wird und die Wettkämpfe in der Kombination eben doch erst nach dem Lauf entschieden werden, musste Max Wastian auf seinem Lauf über 6 km lernen. Als erstes auf die Strecke gegangen, ließ auch Max in den Anstiegen der ersten beiden Runden einige Federn und kam nach einem engagierten Rennen schließlich auf Platz drei ins Ziel. Unser zweiter Kombinierer Andy Pisecker konnte sich in seinem Lauf von Platz zehn auf den Platz sieben vorkämpfen. Er bestätigt dadurch seine aufsteigende Form und lässt sogar einige Sportler hinter sich, die bereits in einem der drei Leistungszentren trainieren. Die laufenden Spezialspringer unserer Mannschaft finden sich auf den Plätzen 12 – 21 wieder und verdienen sich durch ihren sensationellen Willen und ihre ehrgeizige Körpersprache größten Respekt.  

Abschließend ist zu sagen, dass die Maschine schon wieder ordentlich rotiert. Das Trainerteam ist mit den Leistungen dieser Wettkampftage vollkommen zufrieden und blickt zuversichtlich in diese Saison. Auch wenn es nach diesem Einstieg noch die ein oder andere Träne zu trocknen gibt, stimmt die Richtung und in Tschagguns, was der nächste Stopp der Serie ist, können wir uns darauf freuen, ein noch kompakteres Team Tirol zu erleben. Unser Motto: vier Tiroler unter den ersten drei. 😊 Mal sehn ob sich das ausgeht. Bis zum nächsten Mal.

Das Trainerteam

Österr. Meisterschaften-Nordische Kombination-Team – Schülerinnen: Slamik Annalena und Huber Lea (3.)

 

Österr. Meisterschaften-Nordische Kombination – Schülerinnen: Weichselbraun Marit (5.), Huber Lea (6.)

 

Spezialsprunglauf – Schüler I: Steinberger Jakob (1.), Steinberger Simon (2.)

 

Spezialsprunglauf – Schüler II: Wastian Maximilian (2.), Kogler Elias (3.)

 

Nordische Kombination – Schüler I: Steinberger Jakob (2.), Steinberger Simon (3.)

 

Nordische Kombination – Schüler II: Wastian Maximilian (3.)